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WS-SCHMERZEN Die Begriffe "Wi
rbelsäulenschmerzen oder Wirbelsäu
lenschmerz" werden oft vekürzt wiedergeben
WS-Schmerzen
bzw. WS-Schmerz). |
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Die Wi rbelsäule als statisches Achsenorgan ist in dieser Funktion großen Belastungen ausgesetzt, entsprechend häufig treten Verschleißerscheinungen auf, die über die physiologische Degeneration (= normale Abnützung) hinausgehen und deshalb oft Beschwerden verursachen.
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Die verschiedenen Abschnitte der Wi rbelsäule
Das
Halswirbelsäulensyndrom
(HW S-Synd
rom)
oder auch
Zervikalsyndrom
genannt, ist ein Sammelbegriff für von der
Halswirbelsäule ausgehende oder den Halswir
belsäulenbereich betreffende Schmer
zen. Die mit Abstand häufigste Ursache sind Störungen im Bereich der
gelenkigen Wirbelverbindungen, die sog. "Wir
belblockierungen".
In der Regel klagen die Patienten über einen
In Abhängigkeit von der Höhe der Störung unterteilt man das HWS-Syndrom in:
Oberes HW
S-Synd
rom:
Die typischen Krankheitszeichen sind in der
Literatur unterschiedlich dargestellt (Kügelgen et Hillemacher
1989, Kocher et al. 1980, Dahmen et al. 1985). Gemeinsames
Merkmal sind
ein
Nacken- bzw.
WS-Schmerz
mit
Schme
rz
ausstrahlung nach oben in den
Kopf, da sich die
Störungen überwiegend auf die Ner
venwurzel des 2. Halswirbels konzentrieren. Die Schmerzeinstrahlung in
den Hinterkop
f, teilweise auch bis zur
Stirn region ziehend, führt häufig zur Diagnose eines zervikogenen oder
vertebragenen (=
ws-bedingten)
Kopfschmerz
es.
Inwieweit die HW
S-spezifische "Unkovertebralarthrose"
bzw.
Uncarthrose (=
Erkrankung des „Halbgelenks“ zwischen zwei Wirbelkörpern)
über eine Einengung der WS-Schlagader (A. vertebralis) im Foramen
intervertebrale (=
Zwischenwirbelloch) ein
zervikozephales (=
Hal
s und
Kop
f betreffendes)
Krankheitsbild verursachen kann, ist noch nicht endgültig geklärt.
Mittleres HW S-Synd rom: Die typischen WS-Schmerzen treten im Bereich der Halswirbel 3, 4, 5 auf und strahlen in die Schulter blätter, auch bis über die Schulter aus. Beim radikulären Synd rom (= Krankheitszeichen infolge einer Ner venstörung, -schädigung) treten Störungen der Nervenfunktion in Form von herabgesetzter Empfindung und/oder Lähmungen von Schulterblattmuskeln (z.B. M. levator scapulae) auf. Ganz selten kommt es auch zu Zwerchfellähmung (Thoden 1987). Beim radikulären Synd rom der Ner venwurzel des 5. Halswirbels ist der M. biceps brachii betroffen.
Unteres HW
S-Synd
rom:
Da die Ner
venwurzeln des 6. bis 8. Halswirbels und
des 1. Brustwirbels betroffen sind, können diese
Schmer
zen bis in den
Klein
finger ausstrahlen. Meist wird dieser Schmerzzustand mit „Zervikobrachialgie" (Nacken-Schulter-Arm-Syndrom) bezeichnet, obwohl streng genommen
das
Zervikobrachialgiesyndrom mit einer radikulären Symptomatik
(= Krankheitszeichen infolge einer
Nervenstörung, -schädigung)
einhergeht (Debrunner 1988).
Die pseudorad
ikuläre
(= auf eine scheinbare
Nervenschädigung
zurückzuführende) Ausstrahlung in die
Arme fällt noch unter den Begriff "Cervical-Syndrom".
Bei Störung der Ner
venwurzel des 1. Brustwirbels kann sich
ein Horner-Synd
rom (=
Augenlidsenkung, Verengung der Pupille, Zurücksinken des Augapfels)
ausbilden (Thoden 1987).
Das
Brustwirbelsäulensyndrom
(BWS-Syndrom)
ist ein Sammelbegriff für WS-Schmerzen, die von der
Brustwirbelsäule ausgehen oder den Brustwir
belsäulenbereich betreffen.
Von allen Abschnitten der WS ist die BW
S hinsichtlich
Schmerzen prozentual
am wenigsten betroffen. Statisch-dynamische Faktoren spielen hier eine
untergeordnete Rolle, es dominieren reflektorische
(= von einem anderen erkrankten
Organ ausgehende, reflexartige) Störungen,
hauptsächlich im
myofaszialen
(= Mus
keln
und deren Gewebsumhüllung betreffenden)
System. Nicht selten sind auch
Interkostalnerven
(= Zwischen
rippen
nerven) im Sinne einer
pseudoradikulären Symptomatik
(= Krankheitszeichen, die von
einer scheinbar gestörten Ner
venwurzel ausgehen)
beteiligt. Eine
radikuläre Symptomatik
(= Krankheitszeichen, die von
einer tatsächlich gestörten Ner
venwurzel ausgehen)
kann leicht übersehen werden, da z.B. bei motorischen
(= die Muskelfunktion
betreffenden) Ausfällen kaum eine
körperliche Beeinträchtigung eintritt, es sei denn, es sind mehrere
Interkostalnerven
(= Zwischenrippenner
ven) betroffen, was
dann zu einer Störung der Lungenfunktion führen kann.
Der Schmerzcharakter im Bereich der Brustwir
belsäule wird von den Patienten meist mit dumpf und drückend angegeben.
In der Regel ist die Mus
kulatur neben der Wir
belsäule verhärtet und druckschmerzhaft.
Oft besteht auch Klopfschmerzhaftigkeit über den Dornfortsätzen der
Wirbelkörper.
Relativ häufig tritt ein
WS-Schmerz im Rahmen von Wachstumsstörungen
auf (z.B.
Scheuermann
Krankheit,
Skoliose), begünstigt durch die damit verbundene Fehlhaltung.
Ein
WS-Schmerz kann auch Folge von
zusammengebrochenen Wirbeln aufgrund einer
Osteoporose sein. Nicht selten stellt sich ein BW S-Synd
rom auch nach einem unfallbedingten
Wirbelbruch ein.
Viszera
le
(= die
Eingeweide betreffende)
Übertragungsschmerzen (Referred
pain)
sind stets in die differentialdiagnostischen Erwägungen
(= Überlegungen, welche
Krankheiten noch in Frage kommen können) mit
einzubeziehen. Störungen bzw. Krankheiten von Herz und
Bauch
speicheldrüse führen
oft zu Beschwerden zwischen den Schulterblättern. Auch Erkrankungen der
Speiseröhre, Pleura
(= Brustfell) und Fehlbildungen der
Brustaorta
(= Brustschlagader)
können zu Beschwerden in der BW
S-Region führen.
Das
Lendenwirbelsäulensyndrom (LWS-Syndrom) ist ein Sammelbegriff für WS-Schmerzen, die aufgrund degenerativer (= abnutzungsbedingter) WS-Veränderungen oder statisch-muskulär bedingter Störungen von der Lendenwirbelsäule ausgehen oder den Lendenwir belsäulenbereich betreffen.Patienten mit
einem WS-Schmerz nach
Bandscheibenoperationen sind
bezüglich einer
Schmerzbehandlung sehr problematisch. Erfahrungsgemäß nimmt die
Problematik mit jeder weiteren Operation sogar noch zu. Der oben beschriebene
typische Ablauf des Abnutzungsprozesses macht deutlich, daß auch mit einer
Operation die eigentliche Schmerzursache ja nicht behoben werden kann, im
Gegenteil, es besteht sogar die Gefahr, daß der degenerative Prozeß noch
beschleunigt wird. Mit jeder Operation nimmt die Tendenz zur Instabilität zu,
abgesehen von den zusätzlichen iatrogenen
(= durch die Operation verursachten)
Gewebsschädigungen.
Nicht selten sehen wir Patienten, bei denen nach mehrfachen
Bandscheibenoperationen
wegen Instabilität
eine Spondylodese (= operative
Wirbelsäulenversteifung)
durchgeführt werden mußte. Leider ist auch nach einer solchen, teilweisen
Wirbelversteifung
ein Großteil der
Patienten nicht beschwerdefrei. Es ist daher zu begrüßen, daß die Indikation (= Anzeige)
zur
Bandscheibenoperation in den letzten Jahren immer
mehr eingeschränkt worden ist.
Als Grund für eine Operation ist das Krankheitszeichen "WS-Schmerz"
in den Hintergrund getreten. Als relative Indikation
(= Anzeige)
gelten allenfalls unerträgliche, therapieresistente
(= nichts hilft)
Schmerzen an der WS.
Beim sog. Cauda-Synd
rom
(=
Rücken markschädigung mit Lähmung der
Beine), ebenso bei motorischen Defiziten
(= Beeinträchtigungen der Muskelfunktion),
die unter konservativer Therapie
(= Behandlung ohne Operation)
bestehen bleiben oder gar zunehmen, muß operiert werden, um eine Entlastung
herbeizuführen.
Segmentale WS-Schmerzen,
mit und ohne Schmerzausstrahlungen, können auch von
den
Muskeln
neben der Wi
rbelsäule
selbst und/oder den zugehörigen
Sehnen ausgehen (myofasziales
Schmerzsyndrom). Über den
segmentalen Reflexbogen kann auch die benachbarte Seite mit einbezogen werden,
so daß das Bild eines vertebragenen
(= von der Wir
belsäule
ausgehenden)
Rückenschmerz
es
vorgetäuscht wird.
Die Sakralgie bezeichnet einen WS-Schmerz in der Kreuzbeingegend, z.B. infolge Kompression (= Einklemmung) der Nervi clunium recurrentes in den Kreuzbeinlöchern, bei Sakralisation (= Verschmelzung des 5 Lendenwirbels mit dem Kr euzbein), häufig mit einer Erkrankung der Iliosakralgelenke einhergehend.
Grobe Hinweise auf die Art
der Schädigung liefern die Abfrage der Vorgeschichte und Beschwerdebild.
Werden die Schmerzen bei Beanspruchung der Wi
rbelsäule verstärkt oder
ausgelöst, so sind die Bewegungssegmente beteiligt. Schmerzen, die von der WS-Funktion unabhängig sind, sprechen mehr für Störungen im Bereich der
Wirbelkörper.
Akut
(= plötzlich einsetzende, heftig)
auftretende WS-Schmerzen im Rahmen eines
LWS-Syndrom
s sind häufig bandscheibenbedingt, können aber auch durch eine
akute Segmentblockierung (hpts. kleine Wir
belgelenke) ausgelöst werden.
Akute (= plötzlich einsetzende,
heftige) Schmerzen der Wi
rbelsäule, die mit einer monoradikulären Symptomatik
(= Krankheitszeichen 1 Ner
venwurzel betreffend)
einhergehen, sind sichere Anzeichen eines
Bandscheibenvorfall
s, gleiches gilt
für akute Schmer
zen
im Zusammenhang mit einem Cauda-Synd
rom
(= Rückenmarkschädigung mit
Lähmung der
Beine).
Ein WS-Schmerz beim Husten und Pressen
ist typisch für
Nervenwurzelkompressionen, z.B. infolge
einer Bandscheibenprotrusion
oder gar eines
Bandscheibenprolaps
(=
Bandscheibenvorwölbung
oder gar
Bandscheibenvorfall).
Schmer
zen, die bei Erschütterung auftreten, können von einer
Spondylitis
(= En
tzündung an der Wir
belsäule)
verursacht werden.
WS-Schmerzen, die bevorzugt nachts und morgens auftreten, weisen auf eine
generalisierte
(=
allgemeine)
Wirbelsäulenerkrankung hin, z.B.
Morbus
Bechterew oder
Osteoporose.
Auch auf den Ort der Schädigung lassen sich bereits aus dem Beschwerdebild
Rückschlüsse ziehen. Schmer
zen und Störungen der (Berührung
s-) Empfindlichkeit
im Bereich ober- und unterhalb des Leistenbandes weisen auf die Ner
venwurzeln L1
(= 1. Segment der
Lendenwirbelsäule)
und L2 hin.
Die L3-Wurzel macht sich am vorderen inneren
Oberschenkel
bemerkbar.
WS-Schmerzen, ausgehend vom Kreuzbein, auch als Sakralgie bezeichnet, können mehrere Ursachen haben:
Traumatisch (= verletzungsbedingt), hauptsächlich in Form von Prellungen, ein Kreuzbeinbruch ist eher selten. Nach einer Prellung sind länger anhaltende Schmer zen i.d.R. Folge einer unspezifischen Knochenhautentzündung.
Bei Tuberkulose ist häufiger neben dem Befall des Kreuzbeins auch das Hüftgelenk mit einbezogen, man spricht dann von einer Sakrokoxalgie.
Bei einer sog. Sakralisation. Unter einer oberen Sakralisation versteht man eine komplette oder inkomplette (= unvollständige) (asymmetrische) mit Formangleichung verknüpfte Verschmelzung des 5. Lendenwirbelkörpers mit dem Kreuzbein. Bei der unteren Sakralisation kommt es zu eine Verschmelzung mit dem 1. Steißbein wirbel, was zusätzlich zu Steißbeinschmerzen führen kann.
Infolge Kompression (= Einengung) der sog. Nerven clunium recurrentes in den Kreuz beinlöchern (Wurzelkompression).
Schließlich gibt es noch WS-Schmerzen, die vom Steißbein ausgehen, sie werden auch als Kokzygodynie (Cocczygodynie) bezeichnet. Mögliche Ursachen:
Verletzungen, meist in Form einer Knochenprellung beim Sturz aufs Gesäß.
Steißbeinschmerzen können bei Frauen auch nach einer schweren Entbindung auftreten.
Untere Sakralisation (= Verschmelzung des Kreuzbeins mit dem 1. Steißbeinwirbel), wobei zusätzlich Kreuzbeinschmerz en bestehen.
Tendopathien (= Irritationen / Störungen im Bereich von Muskel ansätzen bzw. Sehnen am Knochen)
Behandlung der
WS-Schmerzen
Grundsätzlich muß zunächst
versucht werden, durch eine geeignete Diagnostik
(= Maßnahmen zur Erkennung von Krankheiten)
eine für die geklagten Schmerzen ursächliche, spezifische
Erkrankung zu entdecken.
Gelingt dies, so wird diese zunächst kausal
(= entsprechend dem Krankheitsbild)
behandelt.
Wenn dennoch ein
WS-Schmerz verbleibt oder keine eindeutige, spezifisch behandelbare
Schmerzursache gefunden wurde, so sind schmerztherapeutische Behandlungsmethoden
gefragt, die oft bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen sind, da sie
sich nunmehr nach dem Schme rz und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig
nach seiner Ursache richten.
Länger bestehende Schmer
zen erfordern praktisch immer eine Kombination von
verschiedenen Therapieverfahren.
Medikamentöse Schmerztherapie
(MST):
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und
subakut (= eher schleichend verlaufend) können zunächst (vorwiegend)
peripher wirkende Analgetika (=
Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika
(= Rheumamittel),
aus dieser Gruppe möglichst
langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®. Besonders magenschonend und
auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®),
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib
und
Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere
Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren
schmerzhaften
Muskel
verspannungen können darüber hinaus auch Muskelrelaxanzien
(= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B.
Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden.
Manchmal sind aber auch WS-Schmerzen nur mit zentralwirkenden Analgetika
(z.B. Tramadol, Valoron N®
oder auch Morphin)
(= im Gehirn bzw. Rückenmark wirkende Schmerzmittel)
beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber
eine längerfristige
Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar
Schmerzmittelabhängigkeit
vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression,
u.a. aber auch bei chronischen Schmerzen wirksam)
(z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel
einzusparen.
Spezielle Schmerztherapie mittels therapeutischer Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika):
Nachstehend beschriebene, invasive (= in den Körper eindringende) Therapiemethoden der speziellen Schmerztherapie setzen eine sehr gründliche ärztliche Ausbildung voraus, weshalb sie nur in wenigen therapeutischen Einrichtungen angeboten werden können. Insbesondere sind die kontinuierlichen Blockaden mittels eingepflanztem Katheter in Deutschland nur in ganz wenigen Schmerzkliniken durchführbar, so z.B. in Bad Mergen theim.
Bei einem anhaltenden WS-Schmerz sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit einem langwirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und Ner venblockade n.
Infiltrative
Lokalanästhesie
(= Infiltration mit einem örtlichen Betäubungsmittel):
Die einfachste diesbezügliche Therapie besteht in der örtlichen Infiltration der
meist verspannten, an die WS angrenzenden
Muskulatur. Je nach segmentaler Ausdehnung
reichen ca. 5-10 ml Bupivacain 0,25% bis 0,5% völlig aus. Eine weitere
Möglichkeit ist die gezielte Infiltration von Triggerpunkten
(= kleine Reizzonen hpts. in
der Mus
kulatur)
nach vorheriger Identifizierung derselben.
Werden Schmer
zen
durch abgenutzte, entzündliche oder irritierte
Intervertebralgelen
ke
(= kleine
Gelenke
zwischen den Wirbeln) verursacht,
sind Infiltrationen der betroffenen kleinen Gelen
ke erfolgversprechend. Kortison- Zusatz
kann den Heilungsprozeß beschleunigen.
Der Beweis für ein "Facettensyndrom"
(=
Schmerzstörung im Bereich der kleinen Wir
belgelenke)
als Schmerzursache, ist letztlich nur durch den Erfolg einer probatorischen
(= zur Sicherung der Diagnose durchgeführten)
Facet
ten-Betäubung zu erbringen. Langzeiterfolge
durch Thermokoagulation
(= Verkochung / Zerstörung mit
Hochfrequenzstrom) der Facet
ten sind bei
WS-Schmerzen nicht
gesichert.
Periphere temporäre (= oberflächliche, zeitlich begrenzte)
Nervenblockade
n:
Zur Unterbrechung segmentaler Reflexkreise, aber auch zur Therapie von
Schmerzausstrahlungen eignen sich Blockaden
(= Betäubungen)
der korrespondierenden Ner
venwurzeln
(= im Schmerzbereich befindliche Nervenaustrittstellen neben
der WS).
Im Len denbereich auch
kontinuierlich mit Katheter*.
Schmerzausstrahlungen in
Schulter, auch in die
Arme, wie sie beim mittleren/unteren
Zervikalsyndrom in typischer Weise vorkommen,
sprechen zufriedenstellend auf die wiederholte hohe Blockade des Pl
exus brach
ialis
(= Betäubung des Armnervengeflechts im seitlichen
Halsbereich) nach Winnie an.
Technisch risikoärmer und oft besser wirksam ist jedoch die
kontinuierliche, retrograd hohe
Plexus brachialis-Blockade mit Katheter (*siehe unten). Die kontinuierliche
inters
kalenäre Blockade ist mit einem höheren Risiko
behaftet.
Periphere (=
oberflächliche) Schmerzprojektionen
entlang der
Interkostalner ven
(= Zwischen
rippen
nerven) bei Vorliegen
eines
BWS-Syndrom
s sprechen gut auf wiederholte
Interkostalblockaden
mit einem örtlichen Betäubungsmittel an. In hartnäckigen Fällen kann die
Blockadefrequenz durch
Implantation eines Katheters (* siehe unten) erhöht werden.
Im Bereich der
Beine können bei entsprechender radikulärer
oder pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung
(= Schmerzen die auf eine
tatsächlich oder scheinbar geschädigte
Nervenwurzel
zurückzuführen sind) der vordere
Oberschenkel
nerv (N. femoral
is) und / oder der
Ischias
nerv
wiederholt blockiert werden, in hartnäckigen Fällen mit Katheter (* siehe
unten).
Bei Schmerzausstrahlung in den Bereich des seitlichen und inneren Oberschenkels
gelingt mit der sog. 3-in-1-Variante die zusätzliche Betäubung der Ner
ven obturatorius und cutaneus femoris
lateralis, deshalb auch geeignet zur Behandlung der
Meralgia
paraesthetica
(=
brennende Schmerzen
an der
Oberschenkelaußenseite).
Eine Perid uralblockade
(= rückenmarknahe Betäubung)
im Bereich der
Brust
- oder Halswir
belsäule erfordert ein strenge
Nutzen-/Risikoanalyse. Die lumbale Periduralblockade
(= rückenmarknahe
Betäubung im
Lenden
bereich),
insbesondere
kontinuierlich mit Katheter*, ist bei
WS-Schmerzen im
Kreuzbereich
eine sehr effektive
Therapiemaßnahme, die allerdings nur unter stationären Bedingungen durchgeführt
werden sollte. Bei technischer Beherrschung, adäquater
Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der hygienischen Belange kann das
Risiko bei der Indikation
(= Anzeige) "Rückenschmerz" als vertretbar eingestuft werden.
Wenn eine Perid
uralblockade technisch schwer oder nicht
durchführbar ist (z.B. bei Mißbildungen, Zustand nach operativer
Wirbelsäulenversteifung usw.), bietet sich
besonders bei Störungen im Bereich des Pl exus sacral
is (=
Nervengeflecht im Bereich des Kreuzbeins) die sog.
Kaudalanäst
hesie
(= rückenmarknahe
Betäubung durch einen Kanal im
Kreuz
bein
hindurch) an, die auch mit Katheter*
möglich ist, sofern dieser wegen der der Gefahr einer En
tzündung
seitlich unter der Haut mittels einer Untertunnelung weggeführt wird. Erhöht man
die Menge des örtlichen Betäubungsmittels (z.B. 20-25ml Bupivacain 0,1 bis 0,15
%) kann auch der obere
Lenden
bereich
erreicht werden.
Statt mit einem örtlichen Betäubungsmittel können die aufgeführten,
rückenmarknahen Blockaden auch mit einer verdünnten Morphin-Lösung durchgeführt
werden, allerdings ist dabei die oft zu beobachtende, über die Behandlungszeit
hinaus anhaltende Wirkung deutlich weniger ausgeprägt.
Bei sehr schweren und sonst kaum behandelbaren WS-Schmerzen kann zur
Durchführung rückenmarknaher Blockaden auch eine kleine Schmerzpumpe
unter die Haut gepflanzt werden. Das Arzneimittelreservoir der Pumpe wird dann
in bestimmten Zeitabständen durch die Haut hindurch mit Hilfe einer Spritze
wieder aufgefüllt.
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerv en eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schme rzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schme rzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, dass bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert (Sympathikolyse). Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmer zen, die durch entzündliche, oder auch degenerative (= abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Eine gute Durchblutung optimiert auch den Stoffwechsel eines gestörten oder geschädigten Nervs. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung auch das sog. Schme rz gedächtnis zu löschen.
Physikalische Therapie:
Auch die Elektrostimulation kann eine
Beschwerdelinderung herbeiführen.
Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator über
Klebeelektroden (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst
behandeln können. Die Elektroden werden paarig neben der Wir
belsäule im Schmerzbereich aufgeklebt.
Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die
Wirkung optimiert werden. Auch eine sog.
Hochtontherapie
kann sehr hilfreich sein.
Die elektrische epidurale Rückenmarksstimulation erfordert eine strenge
Patientenauswahl. Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir
verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis
-15 Grad C abgekühlt ist. Manche Patienten empfinden
allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme
Bäder können ebenfalls
einen
WS-Schmerz lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei
WS-Schmerzen nicht sinnvoll.
Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter
schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen
Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber die heilgymnastische
Therapie, da meist nur diese geeignet ist, einen ärztlichen
Behandlungserfolg zu sichern und längerfristig zu stabilisieren. Dabei gilt es,
die
Muskeln neben der
Wi
rbelsäule zu trainieren, da auf Dauer nur
eine kräftige/suffiziente Mus
kulatur eine statische und dynamische Schwäche des Achsenorgans
kompensieren kann.
Besonders bei akuten Blockierungen hat die manuelle Therapie (Chirotherapie)
bei der Anzeige „WS-Schmerz“ durchaus gute Erfolge aufzuweisen. Bei
schmerzhaften degenerativen
(= durch Abnutzung hervorgerufenen) Veränderungen der
Wi
rbelsäule wird auch eine
Röntgenbestrahlung empfohlen (Thomalske 1991). Die
Magnetfeldtherapie
(pulsierende
Signaltherapie)
kann WS-bedingte Schmer
zen ebenfalls lindern.
Andere Therapiemaßnahmen:
Der Vollständigkeit halber darf die
Akupunktur nicht unerwähnt bleiben.
Wichtig sind individuelle Instruktionen zur richtigen Haltung und
Vermeidung von übermäßigen WS-Belastungen (funktionelle Ergotherapie
bzw. (Rückenschule)).
Darüber hinaus ist anzustreben, daß die betroffenen Patienten Übungen zur
Lockerung der Mus
kulatur erlernen.
Die Verordnung von Hilfsmitteln wie z.B. stabilisierende Korsette sollten dem
Orthopäden vorbehalten sein.
Hypnoide (=
bewußtseinsverändernde) Verfahren
wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind auch bei
WS-Schmerzen
eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie, da auch sie zu
einer muskulären Entspannung führen, ebenso
Biofeedback
(=
Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale).
Psychologisch / psychotherapeutische Interventionen
können
bei ausgeprägten "psychosomatischen Schmer
zen" angezeigt sein, da auch
verdrängte Konflikte muskuläre Verspannungen und Schmer
zen
verstärken können.
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Aktualisiert: 27.03.2006
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Knochenkrankheiten,
Knochenschmerzen,
Knorpelerweichung,
Kompartementsyndrom,
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Koxarthrose
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Metatarsalgie,
Migräneattacken,
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R
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S
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